Wireless Tools

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Die Wireless Tools von Jean Tourrilhes sind eine Sammlung kommandozeilenbasierter Programme, um alle notwendigen Einstellungen für Funknetzwerke vornehmen zu können. Sie sind in Fedora enthalten und kommen normalerweise bei der Installation auf die Festplatte (unter /sbin). Sie bestehen aus sechs kleinen Programmen, die im folgenden vorgestellt und näher beschrieben werden sollen.

Inhaltsverzeichnis

iwconfig

Das Programm iwconfig ist vermutlich das wichtigste. Es stellt ein Pendant zum Programm ifconfig dar und man kann mit ihm sämtliche WLAN-Parameter abfragen und ändern. Der Aufruf von iwconfig zeigt für gewöhnlich alle Netzwerkschnittstellen an und gibt bei WLAN-Schnittstellen entsprechende Informationen zur Konfiguration aus. Das Ganze sieht dann etwa so aus

[user@linux ~]$ iwconfig eth1
eth1      IEEE 802.11g  ESSID:"WLAN"  Nickname:"Fedora"
          Mode:Managed  Frequency:2.427 GHz  Access Point: 00:00:00:00:00:00   
          Bit Rate:54 Mb/s   Tx-Power=20 dBm   Sensitivity=8/0  
          Retry limit:7   RTS thr:off   Fragment thr:off
          Power Management:off
          Link Quality=94/100  Signal level=-33 dBm  Noise level=-85 dBm
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:2  Rx invalid frag:0
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0
[user@linux ~]$


Alle Optionen werden direkt im Anschluß an das Interface angegeben. Ein Beispiel:

iwconfig eth1 mode Ad-Hoc

versetzt das Interface eth1 in den Ad-Hoc-Modus (mode ist hier die Option und Ad-Hoc der dazu gehörige Parameter)

Folgende Tabelle erläutert die wichtigsten Optionen und deren Parameter.

Option Effekt Parameter
essid ändert die SSID Name, "Name des Netzwerks"
nick ändert den Nicknamen unter dem man im Netzwerk sichtbar ist "Mein Nickname"
mode ändert den Modus des WLANs managed, ad-Hoc, auto, monitor ¹
channel ändert den Kanal auf dem gesendet/empfangen wird Auto, 3 ²
ap legt die MAC-Adresse des Acces Points fest 00:60:1D:01:23:45, any, auto, off
rate ändert die Übertragungsrate auto, 11M, 36M auto
txpower ändert die Sendeleistung auto, 15, 30mW, off
key ändert die Verschlüsselung bzw. den Schlüssel 0123-4567-89, s:Passphrase

¹ Funktionieren von der Implemetierung der Treiber abhängig
² je nach WLAN-Standard beträgt der Wert bei 802.11b/g 1 bis 11 (USA bis 13, Japan bis 14) und bei 802.11a 19 Kanäle

iwlist

iwlist gibt einem Auskunft über die Möglichkeiten des angegebenen Interface und zum Teil über WLAN-Netze in der Umgebung. Es gibt hier nur Optionen ohne Parameter, der Aufruf von iwlist allein zeigt diese an. Hier sind die wichtigsten aufgezeigt.

Option Effekt
scanning scannt die Umgebung nach Funknetzwerken
frequency listet die verfügbaren Frequenzen und Kanäle auf
(bit)rate listet die möglichen Übertragungsraten auf
encryption listet die möglichen Verschlüsselungsmechanismen auf
power zeigt die Sendeleistung in dBm und mW an

Ein Scan der Umgebung mit dem Interface eth1 erfolgt demnach über den Befehl

iwlist eth1 scanning


iwgetid

iwgetid ist nur ein kleines Programm das anzeigt welches Interface mit welcher SSID verbunden ist. Ein Ausgabe sieht in etwa so aus

[user@linux ~]$ iwgetid 
eth1      ESSID:"Fedora"


iwpriv

Mit iwpriv kann man optionale "private" Parameter eines WLAN-Interface ändern. Es stellt eine Ergänzung zu iwconfig dar und stellt treiberspezifische Parameter ein (im Gegensatz zu iwconfig, welches sich allgemeiner Parameter bedient). Ein Aufruf von iwpriv ohne Argumente zeigt die möglichen Kommandos für jedes Interface an. Je nach Gerät kann diese Liste kürzer oder länger sein. Die Ausgabe für ein Intel PRO Wireless 2200b/g mit dem Treiber ipw2200 1.1.2 sieht etwa so aus

[user@linux ~]$ iwpriv eth1
eth1      Available private ioctls :
          set_power        (8BE0) : set   1 int   & get   0      
          get_power        (8BE1) : set   0       & get  80 char 
          set_mode         (8BE2) : set   1 int   & get   0      
          get_mode         (8BE3) : set   0       & get  80 char 
          set_preamble     (8BE4) : set   1 int   & get   0      
          get_preamble     (8BE5) : set   0       & get  16 char 
          reset            (8BE6) : set   0 int   & get   0      
          sw_reset         (8BE7) : set   0 int   & get   0      
          monitor          (8BE8) : set   2 int   & get   0


iwspy

iwspy kann dazu benutzt werden Adressen sowie verschiedene weitere Informationen (z.Bsp. Verbindungsqualität, Signalstärke usw.) anderer WLAN-Clients zu sammeln, die sich in der gleichen WLAN-Zelle wie man selbst befinden.

iwevent

iwevent ist eine Art Monitor zum Beobachten von sog. Wireless-Events welche auf einem Wireless Netzwerkinterface passieren.

Der Wechsel in den Monitor-Modus und wieder zurück in den verwalteten Modus stellt sich in der Ausgabe etwa wie folgt dar

[user@linux ~]$ iwevent 
Waiting for Wireless Events from interfaces...
18:03:34.878351   eth1     Set Mode:Monitor
18:03:34.878414   eth1     New Access Point/Cell address:Not-Associated
18:04:05.654940   eth1     Set Mode:Managed
18:04:05.659166   eth1     Set Encryption key:off
18:04:05.660964   eth1     Set ESSID:"Fedora"
18:04:05.793319   eth1     Scan request completed
18:04:06.339112   eth1     Scan request completed
18:04:06.339538   eth1     Set Mode:Managed
18:04:06.339565   eth1     Set ESSID:"Fedora"
18:04:06.871619   eth1     Scan request completed
18:04:06.872017   eth1     Set Mode:Managed
18:04:06.872278   eth1     Set ESSID:"Fedora"
18:04:06.878569   eth1     New Access Point/Cell address:00:00:00:00:00:00


Siehe auch


Links