Systemupgrade über preupgrade
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PreUpgrade ist eine neue Eigenschaft, welche in Fedora 9 offiziell eingeführt wurde. Mithilfe PreUpgrade kann eine Kombination aus yum-upgrade (d.h. einem Upgrade in einem laufenen System) und dem offiziell empfohlenen Upgrade über Anaconda (d.h. einem Upgrade über die Installations-CDs/DVDs) vollzogen werden. Der Vorteil liegt dabei darin, das in einem noch laufenden System geprüft wird, welche Pakete aktualisiert werden müssten und diese werden dann direkt heruntergeladen. Der eigentliche Aktualisierungsvorgang findet dann nach einem Neustart statt. So kann sichergestellt werden, dass die Vorteile eines Upgrades über Anaconda (und damit spezielle Vorgehensweisen für manche Aktualisierungen) benutzt werden können, der Download aber darauf beschränkt wird, das nur die wirklich installierten Pakete auch heruntergeladen werden. Dieses beschränkt sich im Moment allerdings noch auf die direkt in den Repositories von Fedora enthaltenen Pakete, eine Erweiterung auf Drittanbieter ist aber in Planung.
Inhaltsverzeichnis |
Installation von PreUpgrade
Will man von Fedora 7 oder Fedora 8 mittels PreUpgrade aktualisieren, muss dafür vorher das gleichnamige Paket installiert werden. Dieses befindet sich momentan noch im Repository [updates-testing]. Um das Paket zu installieren, ist folgender Befehl für yum nötig:
Falls man ein grafisches Frontend benutzt, ist die kurzzeitige Aktivierung von [updates-testing] etwas schwieriger. Daher sollte der obige Befehl der Einfachheit halber in einem Terminal eingegeben werden.
Benutzung von PreUpgrade
PreUpgade verfügt leider momentan noch über keinen Eintrag im Menü des jeweiligen Desktops. Deswegen muss es händisch gestartet werden. Möglich sind dabei zwei Wege:
- Eine grafische
- Eine terminalbasierte
Im Folgenden wird der grafische Weg beschrieben. Der Weg über das Terminal ist aber vom Grundsatz her derselbe.
Auswahl der neuen Version von Fedora
Nach dem Begrüßungsbildschirm kann ausgewählt werden, auf welche Version von Fedora aktualisiert werden soll. Sollte bei den Versionen "Fedora 9" noch nicht zur Auswahl stehen, muss man die Datei /usr/share/preupgrade/releases.list bearbeiten und dort den entsprechenden Abschnitt auskommentieren. Neben den stabilen Versionen besteht dabei auch die Möglichkeit, auf den Entwicklungszweig rawhide zu aktualisieren, wenn das Häkchen bei Display unstable test releases (e.g. Alpha and Beta) above gesetzt ist.
Herunterladen der Pakete
Danach werden die installierten Pakete geprüft und die Aktualisierungen für diese Pakete aus den Repositories von Fedora heruntergeladen. Dieser Vorgang kann je nach Internetanbindung und Anzahl der installierten Pakete einige Zeit beanspruchen. Während dieser Zeit kann gefahrlos am Rechner weitergearbeitet werden. Ebenfalls kann der Downloadvorgang abgebrochen (indem das Fenster über das "X" geschlossen wird) und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Nachdem das Herunterladen abgeschlossen ist, wäre der nächste Schritt, das System neu zu starten. Dies muss nicht prinzipiell sofort geschehen, sondern kann auch auf zu einem anderen Zeitpunkt geschehen. Der eigentliche Aktualisierungsvorgang beginnt jedenfalls erst nach bzw. während einem Neustart (und auch nur dann, wenn der entsprechende Eintrag im Bootmenü ausgewählt wurde).
Sollte beim Abschluss eine Meldung erscheinen, dass eine Datei mit dem Namen stage2.img nicht in das /boot-Verzeichnis abgelegt werden konnte, so stellt dies kein Problem dar, wenn beim nachfolgenden Start des Updatevorgangs eine Netzwerkverbindung verfügbar ist. Über diese Netzwerkverbindung kann diese Datei während des Starts des Updatesvorgangs aus dem Netz heruntergeladen werden. Diese Fehlermeldung tritt hauptsächlich dann auf, wenn eine separate /boot-Partition benutzt wird, da die Datei stage2.img ca. 150 MB groß ist.
Die Aktualisierung des Systems
Um die Aktualisierung zu starten, muss der dafür vorgesehene neue Booteintrag in Grub manuell ausgewählt werden, ansonsten startet noch ganz normal das alte System. Nach der Auswahl startet Anaconda, wie man es von einer Aktualisierung über die CDs/DVDs gewohnt ist. Ein funktioneller Unterschied besteht nicht. Zu Beginn wird allerdings nochmals geprüft, ob die zu aktualisierenden Pakete fehlerfrei sind und sie werden im Zweifelsfall noch einmal heruntergeladen. Dafür muss aber eine externe Internetverbindung bestehen und die Netzwerkschnittstelle definiert werden.
Im folgenden Fenster sollte soweit nichts verändert werden, da eine Aktualisierung Ziel des ganzen Vorhabens ist. Auch im darauffolgenden Fenster sollte die Standardeinstellung beibehalten werden, so dass die grub-Konfiguration aktualisiert werden kann.
Anschließend werden die installierten Pakete dann auf die neue Version von Fedora aktualisiert. Dieser Schritt kann je nach Anzahl der Pakete und Geschwindigkeit des Rechners einige Zeit beanspruchen. Ist der Vorgang abgeschlossen, muss nur noch in das neue System gestartet werden, damit einige abschließende Arbeiten vorgenommen werden können.
Abschließende Arbeiten im neuen System
Aktualisierung von Paketen von Drittanbietern
War die Aktualisierung erfolgreich, befindet man sich jetzt schon im neuen Fedora 9. Da zur Aktualisierung nur die Standardrepositories von Fedora herangezogen wurden, müssen jetzt auch die Pakete von Drittanbietern auf den zur Distributionsversion passenden Stand gebracht werden. Bei vielen Drittrepositories sind die Konfigurationsdateien so aufgebaut, das keine manuelle Änderung vonnöten ist (z.B. Livna, RPMforge). Es kann aber auch vorkommen, dass z.B. die Versionsnummer in der entsprechenden Repo-Datei unter /etc/yum.repos.d/ fest eingetragen ist, so dass sie von Hand geändert werden muss. Und es ist natürlich auch nicht unbedingt gesagt, dass das entsprechende Repository überhaupt schon Pakete für die neue Fedoraversion anbietet. Bei Problemen wäre der einfachste Weg erst einmal, das entsprechende Repository zu deaktivieren (vorausgesetzt, dessen installierte Pakete blockieren nicht das Update andere Pakete aufgrund von Abhängigkeiten). Danach kann man sich dann in Ruhe um die nötigen Vorgehensweisen kümmern, die diese Repositories evtl. benötigen.
Der Vorgang zur Aktualisierung ist dabei ein ganz normales Update über yum:
Vor diesem Aufruf sollte mit
möglicherweise veraltete Metadaten aus dem Cache gelöscht werden, was u. U. zu einem merkwürdigen Verhalten von yum führen kann.
Falls dabei Abhängigkeitsprobleme auftreten, sollte versucht werden, das entsprechende Paket mittels der Option "--exclude" auszuschließen oder evtl. das ganze Repository des Drittanbieters zu deaktivieren ("--disablrepo"). Als letzter Schritt kann das problematische Paket natürlich auch entfernt werden, damit der Aktualisierungsvorgang weitergehen kann.
Überprüfung auf Probleme nach der Aktualisierung
Das System sollte jetzt auf dem aktuellsten Stand sein. Der nächste Schritt wäre nun, zu überprüfen, ob trotzdem noch einige unerfüllte Abhängigkeiten zurückgeblieben sind oder sogar manche Pakete doppelt installiert sind. Bei beiden hilft die Toolsammlung yum-utils, die evtl. erst installiert werden muss:
Unerfüllte Abhängigkeiten können dabei noch durch die Aktualisierung über Anaconda aufgetreten sein. Diese sollte soweit wie möglich beseitigt werden, da dadurch die betroffenen Pakete evtl. nicht benutzbar sind oder sich nicht aktualisieren lassen. Der folgende Befehl listet die Probleme in den Pakete auf:
package-cleanup --problems
Doppelte Pakete sind zwar auf den ersten Blick nicht schädlich, können aber das Paketsystem etwas durcheinanderbringen, so das auch die ältere Version des betroffenen Paketes entfernt werden sollte. Zum Auflisten der doppelten Pakete wird der erste Befehl, zum Entfernen aller Duplikate der zweite Befehl benutzt:
package-cleanup --dupes
Wer auf Nummer sicher gehen will, das die Pakete danach auch noch im richtigen Zustand sind, kann jedes eben aufgelistete Paket mit rpmverify auf Probleme überprüfen:
rpmverify <Paketname>
Falls keine Ausgabe im Terminal kommt, ist das Paket in einem einwandfreien Zustand. Aber nicht alle angezeigten Unterschiede zum Originalpaket sind auch wirklich problematisch. Dies betrifft vor allem Konfigurationsdateien, die ja gerade dafür vorgesehen sind, vom Benutzer geändert zu werden. Eine genaue Beschreibung der verschiedenen Attribute liefert die Manpage von rpm unter dem Kapitel Verify Options.
Ganz zum Schluss sollte man noch
aufrufen, da die Version von grub, welche mit Fedora 9 geliefert wurde, einen distributationsspezifischen Patch ehthält.
Damit wäre die Aktualisierung (und auch dieses Howto) nun abgeschlossen und es kann sich daran gemacht werden, die neue Version von Fedora in Ruhe zu erkunden.
Links
- http://fedoraproject.org/wiki/Features/PreUpgrade - Beschreibung von PreUpgrade