Scharfe Schriften
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Ästhetische Frage - weichgezeichnete oder knallharte, scharfe Schriften
Schriften (Fonts) werden bei aktuellen Linuxen standardmässig weichgezeichnet dargestellt. Manche Leute finden das verwaschen, unscharf und hässlich.
Wer die Weichzeichnung (Anti-Aliasing) der Schriften aus Geschmacksgründen nicht mag, deshalb abschwächt oder ganz deaktiviert, erhält jedoch, vor allem bei näherem Hinsehen, verpixelte und zerklüftete Schriften, weil das standardmässig installierte Font-Rendering-Paket freetype aus Patentgründen ohne Bytecode-Interpreter kompiliert ist.
Wer die Weichzeichnung abschalten möchte, sollte deshalb das Paket freetype nach folgender Anleitung mit dem von Apple entwickelten Bytecode-Interpreter kompilieren um dieselbe Darstellungsqualität wie auf Windows- oder Mac-Rechnern zu erhalten. Bildschirmoptimierte linuxeigene Schriften, ebenso die Microsoft Fonts (msttcorefonts) werden dann vor allem bei kleinen bis mittleren Schriftgrössen deutlich besser dargestellt.
Vorraussetzungen
Fedora 6
Terminal mit Rootrechten
Dazu gleichzeitig die Alt- und F2-Tasten drücken, xterm eintippen und die Eingabe-/Enter-Taste drücken
#su
root-Passwort eintippen
Pakete
rpmbuild, enthalten im Paket rpm-build; den Texteditor gedit, oder irgend einen anderen; libX11-devel und gcc sowie einige davon abhängende Pakete:
Aktuelles freetype-Quellpaket
Mit Firefox auf einen beliebigen Fedora-Mirror [1] gehen, dort ins Verzeichneis .../updates/6/SRPMS wechseln und das Paket freetype-<VERSIONSNUMMER>.fc6.src.rpm mit der aktuellsten Versionsnummer auf den Desktop downloaden.
Im Terminal nun ins Verzeichnis Desktop wechseln und das heruntergeladene Quellpaket installieren:
freetype-rpm-Paket erstellen
Vor der eigenen Neukompilation des Pakets müssen zwei Kleinigkeiten in der Datei freetype.spec abgeändert werden:
1. Damit das Paket mit Bytecode-Interpreter kompiliert werden kann muss in der Zeile:
%define without_bytecode_interpreter 1
die 1 durch eine 0 ersetzt werden:
%define without_bytecode_interpreter 0
ANMERKUNG FEDORA 8: Wurde geändert und muss nicht mehr ins Specfile geschrieben sondern beim rpmbuild per Parameter übergeben werden "rpmbuild -bb --with bytecode_interpreter --with subpixel_rendering"
2. Damit nicht gleich morgen der automatische Software-Updater das mühevoll selbst kompilierte freetype-Paket wieder mit einem neueren aber ohne Bytecode-Interpreter kompilierten freetype-Paket überschreibt und zerschiesst, erhöhen wir einfach die Versionsnummer unseres Pakets. Dazu in dieser Zeile die vorhandene Releaseversionsnummer (Beispiel):
Release: 16%{?dist}
durch eine höhere Zahl ersetzen.
Release: 19%{?dist}
Datei abspeichern und gedit beenden.
Jetzt erstellen wir unser eigenes Binär-rpm-Paket:
freetype-rpm-Paket kontrollieren (nicht erforderlich)
Wenn der Aufbau des rpm-Pakets erfolgreich verlaufen ist, sehen wir nach, ob es vorhanden ist:
| | Anmerkung:
bzw. bei anderen Rechner-Architekturen im entsprechenden Unterordner, also bei 64-Bit-Rechnern, z. B. hier nachsehen: /usr/src/redhat/RPMS/x86_64 |
ergibt ungefähr folgendes:
[root]# ls -l insgesamt 1212 -rw-r--r-- 1 root root 890915 11. Dez 01:21 freetype-2.2.1-18.i386.rpm -rw-r--r-- 1 root root 166796 11. Dez 01:21 freetype-demos-2.2.1-18.i386.rpm -rw-r--r-- 1 root root 154756 11. Dez 01:21 freetype-devel-2.2.1-18.i386.rpm
Jetzt kann man noch mit
kontrollieren, welche rpm-Pakete vorhanden sind und durch die selbsterstellten über-installiert werden müssen.
freetype-rpm-Paket installieren
Normalerweise genügt es, lediglich das freetype-<VERSIONSNUMMER>.i386.rpm-Paket neu zu installieren. Da es bereits installiert ist, muss das selbsterstellte mit der --force Option über das vorhandene drüberinstalliert werden:
X neu starten
Das war´s. Jetzt muss der X-Server neu gestartet werden. Dazu genügt es sich als Benutzer ab- und wieder anzumelden.
Anti-Aliasing in Gnome und KDE justieren
Nun kann die Anti-Aliasing / Weichzeichnung abgeschaltet werden, ohne grässlich verpixelte Schriften zu erhalten:
Gnome: Unter System/Einstellungen/Schrift bei "Schriftwiedergabe" "Schwarz-Weiss" auswählen, dort auf die Schaltfläche "Details" klicken und unter "Hinting" "Stark" auswählen.
KDE: Im Kontrollzentrum -> Erscheinungsbild -> Schriften -> Kantenglättung (Anitaliasing) für Schriften verwenden: ausschalten. "Hinting" irgendwo dort auf "Stark" einstellen.
Links
- freetype.sourceforge.net
- Microsoft Fonts - Verdana, Arial, usw. auf Fedora installieren
Kategorien: HOWTO | X11

