Livecd-tools
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Eine der größten Neuerungen von Fedora 7 war, das die nötigen Tools mitgeliefert werden, um sich seine eigenen Installations- und Live-Medien zu erstellen. Für die Live-Medien wären dies die livecd-tools, dessen Benutzung hier beschrieben wird.
Inhaltsverzeichnis |
Installation
Das Paket livecd-tools ist Bestandteil von Fedora und kann einfach über yum, PackageKit oder yumex installiert werden. Im Paket fedora-kickstarts befinden sich dabei verschiedene Kickstart-Dateien, die für die offiziellen LiveCDs für GNOME und KDE und verschiene andere, sogenannte Spins benutzt werden.
Anpassung einer Konfiguration
Die livecd-tools benutzen sogenannte Kickstart-Dateien für die Erstellung der Live-Medien. In diesen sind dabei folgende Optionen definiert:
- Sprache
- Tastaturlayout
- Zeitzone
- Status von SELinux (Enforcing/Permissive/Aus)
- Status der Firewall
- Zusätzlich zu aktivierende/deaktivierende Dienste (neben der Standardkonfiguration des jeweiligen Paketes)
- URLs zu den Repositories aus denen die Pakete kommen
- Die zu integrierenden Pakete bzw. Paketgruppen
- zusätzliche Skripte
Am einfachsten dürfte es sein, eine schon vorhandene Kickstart-Konfiguration anzupassen, anstatt eine komplett neue zu erstellen. Die im Paket spin-kickstarts integrierten Konfigurationen sind dabei unter anderem:
- fedora-livecd-aos.ks: Minimale Server- bzw. "Appliance"-Konfiguration
- fedora-livecd-desktop.ks: Die Konfiguration, die für die Live-CD mit GNOME verwendet wird
- fedora-livecd-broffice.ks: Beispiel einer lokalen Anpassung, die zugunsten von OpenOffice auf asiatische Fonts und Eingabemethoden verzichtet
- fedora-livecd-kde.ks: Die Konfiguration, die für die Live-CD mit KDE verwendet wird
- fedora-livecd-xfce.ks: Die Konfiguration, die für die Live-CD mit XFCE verwendet wird
- fedora-live-base.ks: Eine grundlegende Konfiguration für einen grafische LiveCD, auf der andere Konfigurationen aufbauen
Diese Konfigurationen befinden sich im Verzeichnis /usr/share/spin-kickstarts und sollten vor der Änderung an einen beschreibbaren Ort kopiert werden (zusammen mit der grundlegenden Konfiguration, z.B.:
cp /usr/share/spin-kickstarts/fedora-live-base.ks ~ cp /usr/share/spin-kickstarts/fedora-livecd-desktop.ks ~/meine-livecd.ks
Anschließend können sie mit einem normalen Editor geöffnet und Änderungen vorgenommen werden. Um z.B. die Sprache auf Deutsch einzustellen, muss einfach folgendes geändert werden:
lang de_DE.UTF-8 keyboard de-latin1-nodeadkeys timezone Europe/Berlin
Ab Fedora 12 stellt das Paket l10n-kickstarts für 5 Länder (DE, CH, NL, BR, PT) fertige Sprach-Anpassungen bereit.
Sollen Pakete hinzugefügt oder entfernt werden, muss dies unter der Sektion %packages geschehen. Es sollte dabei beachtet werden, dass viele Gruppen definiert sind (z.B. @core) und die CD auch relativ bis zum Rand gefüllt ist. Um nicht auf eine DVD ausweichen zu müssen, können z.B. die verschiedenen Font-Pakete ausgeschlossen werden, indem dieser Eintrag entfernt oder auskommentiert wird:
-fonts-*
Dies spart ca. 60 MB an Speicherplatz auf der CD ein.
Um weitere Pakete hinzuzufügen, muss einfach der Paketname eingetragen werden, z.B.
exaile audacious
Im Bereich %post können dann noch weitere Skripte eingetragen werden, die nach der Installation der Pakete ausgeführt werden sollen. Ein Änderung dieses Bereiches ist dabei nur erfahrenden Benutzern empfohlen.
Erstellung des Live-Mediums
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<b>Wichtig:</b> Um eine Live-CD zu erstellen, muss in der Partition, die /var/tmp/ enthält, mindestens 3 GB freier Speicherplatz vorhanden sein. |
Um ein Live-Medium zu erstellen, muss der Befehl livecd-creator mit der zu benutzenden Kickstart-Konfigurationsdatei als Root aufgerufen werden. In diesem Beispiel ist das die oben kopierte und mittlerweile angepasste Datei ~/meine-livecd.ks
Je nach Internetanbindung und Rechenleistung des benutzen PCs wird dieser Vorgang einige Zeit dauern. Für eine 700 MB-CD müssen ungefähr ebensoviele Pakete heruntergeladen werden und die Erstellung dauert auf einem Athlon 2400+ mit 1 GB Ram ca. 45 Minuten ohne Download.
Die wichtigsten Optionen im Einzelnen erklärt:
- --fslabel: Definiert das Label des zu erstellenden Mediums. Es dürfen maximal 32 Zeichen benutzt werden.
- --config: Die volle Pfadangabe zu der zu benutzenden Kickstart-Konfigurationsdatei.
- --tmpdir=/Pfad/zu/tmp: Falls auf der Partition, auf welcher sich /var/tmp/ befindet, nicht mindestens 3 GB frei sind.
- --cache=/Pfad/zu/Cache: In diesem Verzeichnis werden die heruntergeladenen RPM-Pakete gespeichert, um bei einem erneuten Aufruf von livecd-creator den wiederholten Download der RPMs zu vermeiden. Fehlt die Option --cache, so werden keine Pakete gespeichert.
Eine volle Liste aller verfügbaren Optionen liefert der Befehl livecd-creator --help.
Erstellen eines bootfähigen USB-Sticks mit der LiveCD
Mithilfe des Skripts livecd-iso-to-disc ist es möglich, den Inhalt der Live-CD auf einen mit FAT32 formatierten USB-Stick zu transferieren, so dass sich dieser wie die Live-CD selbst verhält. Die FAT32-Partition muss dabei als bootbar markiert sein.
Um eine Live-CD auf den Stick zu transferieren, muss als root folgendes Kommando eingebeben werden:
/Pfad/zur/LiveCD ist dabei der Pfad zu dem ISO-Image der zu der zu kopierenden Live-CD. /dev/sdXY ist dabei die Partition, die benutzt werden soll (X für das Device, Y für die Partitionsnummer, z.B. /dev/sdc1.
Ist genügend Platz auf dem Stick (ab 2 GByte), so kann man mit der Option --overlay-size-mb einen Overlay anlegen, in dem Daten wie auf einer Festplatte persistent gespeichert werden. Achtung: auf einem FAT-Filesystem (was auf USB-Sticks die Regel ist) darf der Overlay darf nicht großer als 2GByte sein! Beispiel:
Eine bequeme Alternative ist das graphische Tool liveusb-creator, das auch auf Windows portiert wurde.
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