Kompatibilität der verschiedenen Repositories

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Inhaltsverzeichnis

Überblick

Im Laufe der Entwicklung von Fedora haben sich mehrere Repositories um die Distribution gebildet, die den Pool an verfügbaren Paketen teilweise stark erweitern. Das Hauptrepository für Erweiterungen stellt dabei Fedora Extras dar, das auch eigene Regeln zum Packen der Pakete aufgestellt hat (Package guidelines). Allerdings existieren noch weitere Repositories, die zum Teil älter als das Fedora-Projekt selbst sind und die auch noch weitere Distributionen von Red Hat abdecken. Leider kam es dazu, dass diese verschiedenen Repositories (aus mehreren Gründen) untereinander nicht uneingeschränkt kompatibel sind.

Hauptsächlich zu nennen wären folgende:

  • das direkt vom Fedora Projekt unterstützte Fedora Extras
  • das direkt auf Fedora Extras aufbauende rpm.livna.org, dass nur rechtlich bedenkliche (im Hinblick auf Patente oder Lizenzen) Pakete enthält
  • Anbieter von reinen Zusatzpaketen, die nicht in Fedora Core enthalten sind (u.a. freshrpms; e-mail über Freshrpms und Fedora Extras)
  • RPMforge, das einen Zusammenschluss aus Freshrpms, DAG, Dries und Weiteren darstellt. Dieses unterstützt auch die Red Hat Enterprise Linux-Distributionen, ist aber noch in der Entstehung.
  • ATrpms, ein Dritt-Repository, dass ebenfalls RHEL-Pakete bereit stellt, und auch Pakete aus Fedora Core und Extras ersetzt.
  • KDE-RedHat, das sich hauptsächlich zum Ziel gesetzt hat, eine erweiterte Unterstützung von KDE bereitzustellen (vor allem durch die jeweils aktuelle Version)

Grundsätzlich gilt:

Pakete gleichen oder ähnlichen Namens bzw. gleichen Inhalts aus unterschiedenen Repositories verursachen nahzu immer Konflikte.

Zudem gibt es noch weitere Repositories, bei denen die Zuordnung und Kompatibilität mit anderen unklar ist.

Welche Probleme treten beim Mischen auf?

Fedora Extras und rpm.livna.org ersetzen selbst keine Pakete aus Fedora Core, sondern ergänzen diese nur bzw. bauen auf ihnen auf. Da Fedora Extras in das Fedora-Projekt integriert ist und z. B. denselben Bugzilla benutzt, sind damit keine Probleme zu erwarten. rpm.livna.org stellt nur Pakete bereit, die aufgrund von rechtlichen Bedenken nicht selbst in Fedora Core oder Fedora Extras integriert werden können (wie z.B. MP3-Funktionalitäten oder NVIDIA- oder ATI-Grafikkartentreiber). Da es von den gleichen Menschen betreut wird wie es bei Fedora Extras der Fall ist, sind auch mit dem Repository keine Probleme zu erwarten.

ATRPMs ersetzt teilweise Pakete aus Fedora Core und führt dabei teilweise auch namensgleiche zu denen aus Fedora Extras. Letzteres macht ein Mischen mit Fedora Extras problematisch, da die Pakete sich zum Teil nicht miteinander vertragen. Rpmforge war früher zwar nicht mit Fedora Extras kompatibel, hat die bestehenden Paketkonflikte aber mittlerweile ausgeräumt, so dass diese beiden Repositories gleichzeitig verwendet werden können. Lediglich mit rpm.livna.org gibt es, genau wie bei ATRPMs und Freshrpms, einige Überschneidungen.

Wofür soll ich mich entscheiden?

Ab Fedora Core 4 sind die Repositories Fedora Core und Fedora Extras die Standardrepositories, zu denen i.d.R. alle weiteren Repositories volle Kompatibilität herstellen (ATRPMs bildet dabei eine Ausnahme). Das am häufigsten verwendete Repository für Multimedia dürfte dabei rpm.livna.org sein, weswegen es hier auch die Empfehlung darstellt.

Wer allerdings rpmforge und/oder freshrpms benutzen möchte, sollte dabei entweder auf Livna verzichten oder yum so konfigurieren, dass die Pakete nicht aus den Repositories gemischt werden.

KDE-RedHat ersetzt zwar viele KDE-Pakete aus Fedora Core, kann aber normalerweise problemlos mit allen aufgeführten Repositories benutzt werden.

Ich will aber alles!

Ein Mischen aller verfügbaren Repositories ist natürlich auch möglich. Allerdings wird es dabei sehr wahrscheinlich irgendwann zu Konflikten kommen, da nicht alle auf Kompatibilität untereinander getestet sind. Um Inkompatibilitäten unter Kontrolle zu halten, sollten nur die benötigten Pakete aus den jeweiligen "fremden" Repositories aktiviert werden. Das funktioniert sowohl mit yum wie auch mit apt:

Bei beiden Wegen ist allerdings mit einem erhöhten Administrationsaufwand zu rechnen, und Paketkonflikte sind letztendlich doch nicht vollständig auszuschließen. Durch umsichtige Konfiguration kann man sie allerdings stark begrenzen.


Einfacher geht es noch mit den folgenden Yum-Plugins, da diese gerade für das Mischen mit Drittrepositories entwickelt wurden:

  • yum-protectbase
  • yum-priorities

Ich habe Fragen dazu.

Im Forum existiert ein Thread, auf dem dieser Wiki-Artikel zum Teil basiert: Forum-Thread. Stelle die Frage am besten in diesem Thread.

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