Fedora 9

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Fedora 9 ist, mit einigen Wochen Verspätung, am 13.05.2008 erschienen. Der Support für Fedora 9 gilt bis 1 Monat nach erscheinen von Fedora 11.

Inhaltsverzeichnis

Generelles zur Distribution

Fedora 9 bringt sehr viele neue Leistungsmerkmale mit, einige davon sind Ext4, X.org 7.4, Firefox 3 Beta5, KDE 4.0.3 und OpenJDK 1.6. Im eigenem Repository bietet sie über 6500 Pakete an. Mit dem neuem PolicyKit, ist es nun auch für normale User ihr System aktuell zu halten. Zum Einspielen von Updates ist nun kein root Passwort erforderlich.

Paketversionen

  • Linux 2.6.25
  • Gnome 2.22.1
  • KDE 4.0.3
  • Xfce 4.4.2
  • X.org 7.4
  • Openoffice.org 2.4

Optisches

Neues Erscheinungsbild des Gnome-Desktops in Fedora 9
Neues Erscheinungsbild des Gnome-Desktops in Fedora 9

Wie bei Fedora üblich, enthält jede neue Version eine neues Standardthema, das den Bootprozess, den Loginschirm und das Hintergrundbild umfasst. Das Iconset (für Gnome) ist Fedora und das mit Fedora 8 eingeführte Metacity-Theme Nodoka bleibt auch erhalten.

Auf Seiten der Desktops haben die beiden Windowmanager der großen Desktops, metacity (mit GNOME 2.22) und kwin (mit KDE 4) Compositing-Funktionen erlernt. Sie können also einen (wenn auch kleinen) Teil der Funktionen schon von Haus aus, die vollwertige Compositing-Manager wie compiz beherrschen, benötigen dafür aber ebenso eine passende Grafikkarte inklusive Treiber.



Desktop Environments

GNOME wird auf Version 2.22 aktualisiert und bringt dabei einige interessante Neuerungen mit. Neben der schon erwähnten Compositing-Funktionalität von metacity, kann totem nun auch DVB empfangen, Evolution kann mit dem Google-Kalender umgehen, die Schlüsselverwaltung wurde komplett durch seahorse ersetzt und mit dem neuen Programm cheese erhält ein neues Programm Einzug in den Desktop, mithilfe dessen Bilder und Videos von einer Webcam aufgenommen werden können.

Mit Fedora 9 zieht auch endlich die lange erwartete neue Version von KDE in die Distribution ein. Mit KDE4 wurde der komplette Desktop überarbeitet und bietet dem Nutzer nach dem Start nun eine neu gestaltete Oberfläche. Der Desktop wird nun von plasma bereitgestellt und bietet die Möglichkeit, dort verschiedene plasmoids zu platzieren (vergleichbar mit dem bekannten superkaramba).

Auch das Panel wird nun von plasma gestellt und enthält von Haus aus das neue Menü kickoff. Für Anhänger des alten Menü steht aber eine simplere Variante namens simplemenu ebenfalls bereit. Der Windowmanager kann wie schon angesprochen ebenfalls einfacherer Compositing-Funktionen und selbst die Spiele erscheinen in einem neuen Glanz und sind jetzt stufenlos vergrößerbar.

Einen Großteil der Arbeit hatte das KDE-Projekt aber in die Arbeit unter der Haube gesteckt, so dass der neue Desktop in manchen Funktionen nicht den Stand des älteren KDE 3.5 erreicht. Vor allem sind manche Programme noch nicht auf KDE4 portiert worden, so dass z.B. die hauseigene PIM-Suite kontact neben allen anderen Programmen des Paketes kdepim noch in der Version 3.5.9 vorliegt.

Benutzer, die die funktionsreichen Vorzüge von KDE 3.5.9 zu schätzen gelernt haben, sollten daher bis zu dem Erscheinen von KDE 4.1, welches spätestens in Fedora 10 enthalten sein wird, bei Fedora 8 bleiben.

Anwendungsprogramme

Viele Programme sind seit Fedora 8 aktualisiert worden. So findet man hier Openoffice in der Version 2.4. Diese Version bringt einen verbesserten PDF Konverter, es unterstützt das ISO Format ODF und bringt nun 10 weitere Sprachen mit. Ausserdem wurden zahlreiche Fehler beseitigt.

Weitere Informationen: Features Openoffice 2.4

Firefox 3

Fedora 9 bringt von Haus aus die neueste Firefox-Generation aus dem Hause Mozilla in der Version 3 mit.

Firefox passt sich nun wesentlich besser an die Desktop-Umgebung an, nutzt also unter GNOME native GNOME-Widgets wodurch eine einheitlichere Plattform entsteht. Weiterhin wurde das Add-On-System wesentlich verbessert. Firefox 3 unterstützt nun "Remote-Bookmarks", also Lesezeichen, die auf einem zentralen Server gelagert werden, damit man ohne Umwege auch von anderen Systemen auf diese zugreifen kann.

Der Druck-Support wurde ebenfalls verbessert, wodurch nun echtes WYSIWYG (What you see is what you get -- Was du siehst, ist das was du bekommst) möglich sein soll. Weiterhin kommen die üblichen Sicherheitsaktualisierungen sowie tiefgreifende Verbesserungen unter der Haube dazu. Firefox 3 soll nun wesentlich weniger Arbeitsspeicher verbrauchen, bis zu 50%!

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: Firefox3

GNOME Display Manager (GDM)

Der Gnome Display Manager (GDM) wurde grundlegend überarbeitet. Unter anderem besitzt GDM nun eine D-BUS-API, wodurch Anwendungen sich besser integrieren können, das "fast-user-applet" zum Beispiel. Weiterhin wurde ConsoleKit nun besser integriert, weiterhin wird nun PolicyKit zum Neustarten bzw. für die Benutzer-Authentifizierung benutzt. Das Design wurde grundlegend erneuert und nutzt nun GObject, wodurch das Entwickeln neuer Designs vereinfacht wird. Weiterhin sollten nun grafische Effekte bereits im GDM möglich sein, so kann z.B. Compiz bereits beim Login-Screen seine grafischen Effekte zaubern. Ebenso greift nun auch der "gnome-power-manager" schon während des Login-Screens, Notebooks fahren also bei geringem Batteriestand z.B. herunter.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: NewGDM

Wörterbücher

Alle großen Applikationen sowie die Desktops GNOME und KDE benutzen nun hunspell, um die Rechtschreibprüfung zu stellen. Damit entfällt, mehrere verschiedene Implementationen (wie z.B. aspell, ispell) zu pflegen.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature:DictionarySupport

Änderungen auf Systemebene

Kernel

Als Kernel kommt die Version 2.6.25 zum Einsatz.

Paketverwaltung

Mit der Vorabausgabe bringt Fedora 9 die neue, Distributionen übergreifende Paketverwaltung PackageKit mit. Da PackageKit ein einheitliches Frontend für spezielle Paketverwaltungen, wie z.B. yum oder apt-get, von unterschiedlichen Distributionen samt entsprechender grafischer Komponenten ist, bleiben Yum und RPM bis auf weiteres Bestandteile von Fedora.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: PackageKit

Verschlüsselte Partitionen

Mit Fedora 9 ist es nun erstmals möglich, die Systempartition (sowie alle weiteren Partitionen, außer der /boot-Partition, inklusive der SWAP-Partition) gleich bei der Installation zu verschlüsseln.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: EncryptedFilesystems

Partitionsgrößen während der Installation ändern

Anaconda, das Installationsprogramm von Fedora, kann nun Partitionen schon während der Installation vergrößern und verkleinern. Möglich ist dies mit ext2/3, Fat und NTFS-Partionen. Aus diesem Grund ist auch das graphische Partitionierungstool gparted nicht mehr auf den LiveCDs enthalten.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: PartitionResizing

PreUpgrade

Ab Fedora 9 wird es möglich sein, aus dem laufenden Betrieb auf eine neuere Version von Fedora zu aktualisieren. Im Gegensatz zu der jetzt schon bestehenden, aber nicht offiziell unterstützten, Möglichkeit, dies mittels yum zu erledigen, werden nun die nötige Pakete heruntergeladen und erst nach einem Neustart installiert werden. Da die Installation mithilfe von Anaconda stattfindet, sollte kein Unterschied zu der bewährten Methode des DVD-Upgrades auftreten.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: PreUpgrade

Upstart

Upstart soll ein Ersatz für das sysv init System sein und soll die Bootzeit erheblich verkürzen.

Weitere Informationen: Fedora 9 Features Upstart

Networkmanager

Der NetworkManager ist nun in Version 0.7 vorhanden. Diese Version hat viele Verbesserungen unter der Haube erfahren, wodurch nun wesentlich mehr Funktionen möglich sind als 0.6.5 geboten hat. Einige dieser neuen Funktionen werden bereits als Aktualisierung in Fedora 8 kommen, weitere erst in Fedora 9.

Neue Funktionen sind unter anderem:

  • Eine neue systemweite Konfiguration ist nun möglich, die /etc/sysconfig/networking durch NetworkManager ersetzt. Konfigurationen können nun hauptsächlich durch das "nm-applet" getätigt werden.
  • Mehrere Geräte können gleichzeitig aktiv sein. Also WLAN und Ethernet z.B.
  • Ad-Hoc Netzwerke werden nun unterstützt
  • Man kann anderen Clienten nun eine Verbindung über die eigene gewähren. So kann ein PC z.B. als Brücke zum Internet innerhalb eines LAN-Netzwerkes dienen. Die anderen PCs nutzen dann über diesen den Service.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: MoreNetworkManager Fedora 9 Feature: NetworkManager-MobileBroadband

perl-5.10

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: Perl5.10

gcc-4.3

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: GCC4.3

Die aktuelle Version des GNU Compiler Collection bringt weitere Verbesserungen für Mehrkernprozessorsysteme mit. Ebenso integriert wurde die MPFR-Bibliothek (multiple-precision floating-point computations with correct rounding) für die Berechnung von Werten mit beliebiger Genauigkeit.

Ausserdem wird mit der neuen Suite optimierter Code für aktuelle CPUs generiert und es kann auf die Befehlssatzerweiterung SSE3 und SSE4 zurückgegriffen werden.

Ferner wurden Teile des künftigen ISO-C++-Standards C++0x integriert.

Gvfs

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: Gvfs

freeIPA

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: freeIPA

LivePersistance

Wer die LiveCDs auf einem USB-Stick installiert, enthält nun die Möglichkeit, einen bestimmten Bereich davon für einen Datenbereich anzulegen, auf dem Änderungen des Sticks dann geschrieben werden können.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: LivePersistance

Blootooth

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: Bluetooth

Ext4

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: Ext4

Das Dateisystem ext4 ist eine Weiterentwicklung von ext3 mit verschiedenen Verbesserungen. Dies betrifft sowohl die Performance des Dateisystems wie auch neue Features.

Die wichtigsten davon sind:

  • maximale Volume- oder Partitionsgröße von 1024 Petabyte (250 Byte)
  • Aufhebung der Beschränkung auf maximal 32.768 Unterverzeichnisse
  • Checksummenbildung für das Journal
  • Online-Defragmentierung (?!?)

Bestehende ext3-Dateisysteme können sowohl als ext4 eingehängt werden als auch in ext4 konvertiert werden.

jigdo

'jigdo' ist die Abkürzung für Jigsaw Download, zu deutsch etwa "Puzzle Download". Der Vorteil ist, dass die Server, auf denen Fedora-Abbilder zum kostenlosen Download angeboten werden, entlastet werden. Diese müssen nun nicht mehr komplette Abbilder bereitstellen, sondern können einzelne Pakete anbieten, wodurch weniger Speicherplatz notwendig ist. Für den Endanwender ist der Vorteil, dass die Server nicht mehr so belastet sind und dem entsprechend der Download wesentlich schneller geht.

Weitere Informationen: Fedora 9 Feature: Jigdo oder die Offizielle Jigdo Seite

Links

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