Beryl
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| | <b>Wichtig:</b> In Fedora 8 ist beryl nicht mehr enthalten. Dieses Release bringt die Wiedervereinigung von compiz und beryl - compiz-fusion - mit. |
Dieser Artikel beschreibt die Installation und Konfiguration des Compositing Managers Beryl, der eine Alternative zu Compiz darstellt. Beryl setzt dabei auf Aiglx oder das nicht in Fedora enthaltene Xgl auf.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist Beryl
Beryl wurde früher als paralleler Entwicklungszweig von Compiz mit dem Namen compiz-quinn geführt. Nachdem es absehbar schien, dass viele Erweiterungen nicht mehr ihren Weg zurück in das originale Compiz finden würden und die Entwickler von Beryl zudem Kommunikationsprobleme mit dem Compiz-Entwickler hatten, wurde mit Beryl ein eigenständiges Projekt gegründet.
Beryl ist somit ein Fork des originalen Compiz, dass mittlerweile aber viele exklusive Erweiterungen erfahren hat. Zu nennen wären da vor allem die Möglichkeit, verschiedene Themes zu benutzen (über emerald), als auch ein eigenständiges Konfigurationsprogramm (emerald-settings), das unabhängig von gconf ist. Auch gibt es neue Plugins, wie z.B. das Minimieren, Maximieren, Öffnen und Schließen von Fenstern mit verschiedenen Animationen zu belegen.
Beryl vs. Compiz
- Benutzt ein eigenes Konfigurationsprogramm anstatt gconf (beryl-settings und beryl-settings-simple)
- Viele zusätzliche Plugins und erweiterte Funktionen in bestehenden Plugins
- Bietet konfigurierbare Animationen
- Eigenes Startprogramm (beryl-manager); auch für andere Desktops benutzbar
- Benutzt eigene Themes (emerald)
- Eigenes Verwaltungsprogramm für Themes
Die Bestandteile von Beryl
Beryl besteht aus mehreren Einzelanwendunge/-paketen, die im Folgenden kurz beschrieben werden sollen:
- beryl-core: Der eigentliche Compositing-Manager
- beryl-plugins: Die Plugins für Beryl sind in einem eigenen Paket
- beryl-manager: Eine Anwendung für den Systembereich für den schnellen Zugriff auf verschiedenen Einstellungen. Startet auch beim Aufruf Beryl selbst.
- beryl-settings: Ein grafisches Konfigurationsprogramm für Beryl und dessen Plugins
- beryl-settings-simple: Eine vereinfachte Version von beryl-settings
Hinzu kommt noch Emerald, dass für die Darstellung der Fensterränder zuständig ist. Es hat dabei dieselbe Funktion wie der gnome-window-decorator von Compiz, arbeitet dabei aber auch gut mit KDE zusammen. Emerald besteht aus folgenden Einzelpaketen:
- emerald: Der eigentliche Fensterdekorator
- emerald-themes: Sammlung von Themes für Emerald
- aquamarine: Benutzung von normalen KDE-Window Decorations in Beryl
- heliodor: Benutzung von normalen Metacity-Themes in Beryl
Installation
Beryl ist Bestandteil von Fedora Extras. Die nötigen Pakete können also mit dem Befehl
oder
abhängig von der genutzten Desktop-Umgebung installiert werden.
installiert Beryl für alle Desktop-Umgebungen.
Beryl benutzen
Bei Bedarf laden
Wenn Ihr den Standard-Windowmanager des jeweiligen Desktop Environments nicht verändern wollt, könnt Ihr beryl auch bei Bedarf nachladen. Drückt dazu die Tasten ALT+F2 und gebt in dem aufklappenden Fenster folgendes ein:
beryl-manager
GNOME/XFCE
Um beryl als Standard-Windowmanager in GNOME oder XFCE einzustellen, fügt folgendes zu den Programmen, die automatisch gestartet werden sollen, hinzu:
beryl-manager
KDE
Um in KDE Kwin durch beryl schon beim Start zu ersetzen, legt einfach die Datei .kde/env/beryl.sh im Homeverzeichnis mit folgendem Inhalt an:
KDEWM=beryl emerald --replace & #Falls beryl-manager gleich in den Tray geladen werden soll beryl-manager &
Falls man aber lieber einen eigenen Eintrag im Loginmanager (gdm/kdm) haben möchte, speichert die Datei kde-beryl.desktop nach /usr/share/xsessions/ und legt ein Hilfskript als /usr/local/bin/startkde-beryl.sh mit folgendem Inhalt an:
export KDEWM=beryl-manager startkde
Zudem muss die Datei ausführbar sein:
Danach kann man sich über den Punkt "KDE mit beryl" in KDE einloggen.
Beryl konfigurieren
Die Konfiguration von Beryl geschieht komplett über grafische Programme. Der beryl-manager nistet sich dabei im Systembereich des Panels ein und bietet Zugriff auf verschiedene Einstellungen Beryl als Windowmanager betreffend. Im Konfigurationstool beryl-settings können dann die Einstellungen für Beryl und dessen Plugins bis ins kleinste Detail vorgenommen werden.
beryl-manager
Die Einstellungsmöglichkeiten vom beryl-manager sind eigentlich selbsterklärend. Hier trotzdem einmal eine kurze Vorstellung:
- Beryl Einstellungen: Dies startet das Konfigurationsprogramm beryl-settings
- Emerald Themen-Verwaltung: Dies startet den Thememanager Emerald
- Fenster-Manager neu laden: Neustart des gewählten Windowmanagers (siehe nächster Punkt)
- Wähle Fenster-Manager: Aus einem Untermenü kann einer der installierten Windowmanager ausgewählt werden. Hier sollte das beryl sein.
- Enable Strict Binding: Dies solle ausgewählt werden, wenn die Fenster nur leer angezeigt werden
- Fenster-Dekorator neu laden: Neustart des gewählten Fensterdekorateurs (siehe nächster Punk)
- Wähle Fenster-Dekorator: Auswahl zwischen emerald und gnome-window-decorator von Compiz (falls installiert)
- Starte Ausweich-Fenster-Manager wenn Beryl abstürzt: Möglichkeit, einen anderen Windowmanager zu laden, falls der oben gewählte abstürzt
- Wähle Ausweich-Fenster-Manager: Auswahl der installierten Windowmanager für den Fallback-Modus
- Beenden: Beendet den beryl-manager - nicht Beryl selbst.
beryl-settings-simple
Seit der zweiten Version von beryl wurde auch ein einfach gehaltenes Konfigurationsprogramm hinzugefügt. Es sind damit nur relativ wenige Einstellungen zu treffen, dafür ist es weitaus übersichtlicher als das normale beryl-settings. Über einen Schieberegler können zudem verschiedene, voreingestellte Profile aufgerufen werden. Je weiter nach rechts der Regler gestellt ist, desto mehr Effekte sind aktiviert.
beryl-settings
In beryl-settings können dann alle möglichen Einstellungen getroffen werden. Das geht los bei der Auswahl der Auswahl der Plugins und geht bis zur Feineinstellung der einzelnen Animationen (wie z.B. die Brenndauer des Burn-Effektes). Die Einstellungsmöglichkeiten sind aber zu umfangreich, um sie hier einzeln vorstellen zu können. Für genauere Hinweise zu den einzelnen Einstellungen sollte das Beryl-Wiki konsultiert werden.
Aussehen verändern
Im Emerald Themen-Manager können alle installierten Themes direkt aktiviert werden. Dazu genügt es, sie mit der linken Maustaste auszuwählen. Die oberen Reiter Edit und Emerald Settings führen dabei zu weiterführenden Einstellungen.
Die Punkte auf der rechten Seite bedeuten im Einzelnen:
- Aktualisieren: Lädt die Liste der Themes neu ein
- Löschen: Löscht das ausgewählte Thema (funktioniert nur bei selbst installierten Themes)
- Import: Importiert ein lokal vorliegendes Thema (z.B. von gnome-look.org)
- Fetch Themes: Importiert neue Themes direkt vom Server des Beryl-Projektes (dazu muss das Paket subversion installiert sein)
Plugins
Die Plugins sind eigentlich das wichtigste an Beryl, da sie im einzelnen dafür verantwortlich sind, welche Arten von Animationen bei bestimmten Ereignissen erfolgen.
- General Options: Allgemeine Einstellungen rund um Beryl, bspw. können die Texturfilterung und das sog. "Focus Stealing Prevention" eingestellt werden.
- A 3D World: für Einstellung der Animationsgeschwindigkeit und des Abstands zwischen den Fenstern zuständig
- Animations: Hier können die verschiedenen Ein- und Ausblendeffekte eingestellt werden (Burn lässt Dialog und Fenster "abbrennen", Dream läßt sie traumartig verschwinden und erscheinen)
- Annotate: Ein Plugin für Notizen auf dem Desktop
- Application Switcher: Einstellung für den Taskwechsel per ALT-TAB kann man hier vornehmen
- Benchmark: Ein kleiner Benchmark zum Testen der Performance von Beryl
- Blur Effects: Hier lassen sich weitreichende Einstellungen des sog. Blureffekts für das Öffnen und Schließen von Fenstern einstellen (das Plugin ist sehr resourcenintensiv!).
- Clone Output: Ein Plugin zum Klonen der Bildschirmausgabe
- Crash Handler: Plugin zum Behandeln von möglichen Abstürzen von Beryl
- DBus: ein Backend für die DBus-Schnittstelle
- Desktop Cube: Damit werden die Arbeitsflächen auf einem Würfel abgebildet
- Desktop Plane: Eine Alternative zu Desktop Cube, die die Arbeitsflächen planar aneinandergereiht abbildet
- Fading Windows: Plugin zum Einstellen der Ein- und Ausblendgeschwindigkeit von Fenstern
- Input Enabled Zoom: Plugin, um Fensterinhalte oder Desktopbereiche auf Kommando ein- und auszoomen zu können.
- Move Window: Ermöglicht das Bewegen von Fenstern ohne die Hilfe der Maus
- Negative: Kehrt die Farbwerte aller Desktopkomponenten um
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