ATI
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Einleitung
ATI stellt als einer der großen Grafikchip-Hersteller auch Treiber für Linux zur Verfügung. Über viele Jahre hinweg wurde davor gewarnt, unter Linux ATI-Karten zu betreiben, da die Qualität des propritären stark zu Wünschen übrig ließ. Inzwischen hat sich die Situation durch freie OpenSource-Treiber stark entspannt. Welcher Treiber für die jeweilige Karte am Besten geeignet ist, richtet sich stark nach dem verwendeten Chip und den eigenen Bedürfnissen.
Grundsätzlich ist es zu empfehlen, stets auf die OpenSource-Treiber zurück zu greifen, da diese wesentlich weniger Probleme bereiten und langfristig die einzig vernünftige Lösung sind. Die propritären Treiber "fglrx" sind allerdings oftmals der einzige Weg, um sinnvoll 3D-Spiele unter Linux zum Laufen zu kriegen.
Besitzer einer "Radeon 9200 Series oder älter" haben überhaupt keine andere Wahl, als die OpenSource-Treiber zu verwenden, da der "fglrx" diese Karten nicht mehr unterstützt. Wer eine "Radeon 1xxx Series oder älter" zu seinem Besitz zählt, sollte ebenfalls zu den OpenSource-Treibern greifen. Diese besitzen für alle Chips der R500-Family sogar 3D-Unterstützung, die allemal für Desktop-Effekte ausreichen. Der "fglrx" unterstützt diese Karten jedoch auch.
Schwieriger gestaltet sich die Frage bei aktuellen Grafikkarten. Wer 3D braucht, kommt um den "fglrx" überhaupt nicht herum. Wer die Karte lediglich für einen normalen Arbeitsbetrieb nutzt, sollte auf die OpenSource-Treiber setzen, da diese meist wesentlich stabiler laufen. Dennoch befindet sich deren Support in diesem Bereich noch in einem experimentellen Status und es sollte mit Fehlern gerechnet werden.
Fazit: Wann immer es möglich ist, sollte man auf die freien Treiber setzen. Je besser diese werden, desto sorgenfreier wird die Verwendung von ATI-Karten in zukünftigen Versionen. Besitzer von R500-Karten haben bereits jetzt vollen Support Ihrer Karten von Haus aus und müssen nicht nach der Installation Treiber nachinstallieren. Bitte helft aktiv an der Verbesserung der Karten mit. Ob "radeon" oder "radeonhd" besser läuft, hängt stark vom verwendet Chip ab. Probiert ggf. beide auf Euren Systemen aus. Der "radeon" sollte von Haus installiert sein.
Installationsarten
Es gibt verschiedene Wege, ATI-Treiber auf einem Fedora-System zu installieren. Sie werden hier vorgeschlagen.
Egal, welche Installationsart man wählt - am Anfang steht immer ein Backup der bestehenden Konfigurationsdatei. Dafür reicht es, als root folgenden Befehl einzugeben: {{Box root||cp /etc/X11/xorg.conf /root/xorg.conf.backup.`date +%F`]] Dadurch wird in Verzeichnis von root eine Sicherungskopie der Konfigurationsdatei erstellt, die im Namen um das Wort backup und das aktuelle Datum erweitert ist.
Installation von fglrx via yum
Installation
In dem Repository RPMFusion werden fertig gepackte Treiber angeboten, die sich sehr einfach via yum installieren lassen. Um diese zu bekommen, muss man die RPMFusion-Paketquellen in yum eintragen. Näheres dazu findet man unter yum.
Es gibt nun zwei verschiedene Varianten, um den "fglrx"-Treiber zu installieren. Zum einen kann man das Kernel-Modul direkt installieren mittels:
In diesem Paket befindet sich stets das passende Modul zum aktuellen Kernel. Wird dieser aktualisiert, wird automatisch der dazu passende "kmod-fglrx" installiert.
Die zweite Variante prüft beim Start des Systemes, ob ein passender Treiber für den Kernel existiert. Wird keiner gefunden, beginnt das System sich automatisch einen passenden zu bauen. Diese Variante ist in der Regel sicherer, da auch bei Verzögerungen seitens RPMFusion ein passender Treiber zur Verfügung steht. Wenn Du keinen guten Grund siehst, ist dieser Weg daher zu bevorzugen:
Danach muss X neu gestartet werden, um die Grafiktreiber zu laden (siehe Reboots unter Linux).
Bekannte Probleme
Auf Grund einer anfänglichen Inkompatiblität zwischen fglrx und libdrm, war es zu Beginn von F10 nötig ein Downgrade auf Komponenten von F9 durchzuführen. Dieser Weg ist inzwischen nicht mehr notwendig und es kann der fglrx aus dem Testing-Repository von RPMFusion bezogen werden. Es ist davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit der Treiber im Stable landen wird.
Nach einem anschließenden Neustart des System sollte das entsprechende Kernelmodul erfolgreich gebaut werden.
Sollte das System unerklärliche Aussetzer haben, sollte als Boot-Option für den Kernel der Parameter "nopat" übergeben werden.
Manuelle Installation von fglrx
Hat man eigene Gründe, die Originalpakete von ATI zu installieren, muss man diese auf der Homepage von ATI unter Drivers runterladen. Das so gelieferte .run Paket kann ein rpm Paket für Fedora Core generieren. Dafür muss zu erst das run-Paket ausführbar gemacht werden:
chmod u+x ati-driver-installer-*.run
Mit dem Befehl
./ati-driver-installer-*.run --buildpkg Fedora/FC4
beziehungsweise
sh ati-driver-installer-*.run --buildpkg Fedora/F7
können dann die rpm-Pakete für Fedora Core 4 oder 5 erstellt werden. Die so entstehenden Pakete, z.B.
ATI-fglrx-8.27.10-1.fc5.i386.rpm ATI-fglrx-control-panel-8.27.10-1.fc5.i386.rpm ATI-fglrx-devel-8.27.10-1.fc5.i386.rpm kernel-module-ATI-fglrx-2.6.17-1.2174_FC5-8.27.10-1.fc5.i386.rpm
müssen alle gleichzeitig installiert werden. Dies ist mit dem Befehl
rpm -Uvh *.rpm
möglich, vorausgesetzt, dass keine anderen rpm-Pakete in dem Verzeichnis liegen.
Abhängigkeiten der erstellten RPM Pakete
Damit die RPM Pakete installiert werden können, ist das Paket compat-libstdc++33 erforderlich. Die Installation erfolgt mit dem Befehl:
Die Pakete ersetzen bei der Installation eine bestehende /etc/X11/xorg.conf. Nach der Installation sollte der Computer neu gestartet werden, um die neuen Treiber in das System zu laden.
Bekannte Nachteile
Die Kernel-Module müssen bei jeder Kernel-Aktualisierung erneuert werden. Dies ist nur möglich, in dem man nach jeder Kernel-Aktualisierung die Kernel-Module neu baut. Dafür muss die obige Prozedur vollständig wiederholt werden.
Test der Treiber
Wenn man sehen will, ob die Treiber funktionieren, kann man in einem Terminal mit dem Befehl
fgl_glxgears
ein kleines Benchmarkprogramm starten, das Leistungsdaten ausgibt.
Da diese Leistungsdaten aber z.B. auch von der CPU abhängen, eignen sie sich nur bedingt zum Vergleich zweier Systeme oder zweier Systemkonfigurationen. Ein weiterer Weg festzustellen, ob das eben installierte Kernelmodul aktiv ist und OpenGL-Grafik beschleunigt, ist der Konsolenbefehl
fglrxinfo
Wird der ATI-Treiber verwendet sieht die Ausgabe (bei einer Radeon9800Pro) aus wie folgt:
display: :0.0 screen: 0 OpenGL vendor string: ATI Technologies Inc. OpenGL renderer string: RADEON 9800 Pro Generic OpenGL version string: 1.3.5140 (X4.3.0-8.14.13)
RadeonHD (experimentell)
Da die propritären Treiber von ATI häufiger Probleme bereiten, könnte es interessant sein den OpenSource-Treiber "radeonhd" zu installieren. Dieser erlaubt die 3D-Beschleunigung für Chips bis zur R500 (entspricht ATI Radeon X1xxx). Neuere Chips wie Radeon HDxxxx verfügen momentan nur über eine einfache 2D-Unterstützung. Die Treiber sind stabil und sollten zuverlässig bei der täglichen Arbeit sein.
Fedora 8 & 9
Zunächst prüfe, ob deine Karte vom radeonhd unterstützt wird: RadeonHD - Supported Devices
Anschließend modifiziere die Zeile Driver innerhalb der Device-Sektion von /etc/X11/xorg.conf wie folgt:
Section "Device"
Identifier "Videocard0"
# Editiert die folgende Zeile
Driver "radeonhd"
Option "XAANoOffscreenPixmaps" "true"
EndSection
Nach einem Neustart des X-Servers sollte der RadeonHD auf Eurem Rechner laufen. Wenn Ihr Euch für weitere Konfigurationsmöglichkeiten des Treiber interessiert schaut bitte hier nach.
Fedora 10
In Fedora 10 sollte in jedem Fall der freie OpenSource-Treiber "radeon" verfügbar sein, der sich auf einem ähnlichen Niveau befindet, wie der "radeonhd". Je nach Chip funktioniert der eine oder andere Treiber besser. Um den "radeonhd" zu installieren Bedarf es lediglich der folgenden Anweisung:
Anschließend kann mit Hilfe von "system-config-display" der neue Treiber ausgewählt werden. Weitere Anpassungen an der xorg.conf sind in der Regel nicht nötig. Meist ist ein Neustart des Systems notwendig, damit der Treiber geladen wird. Dies ist insbesondere dann notwendig, wenn zuvor der "fglrx" verwendet wurde. Insbesondere bei aktuellen Chips kann es sich lohnen einen aktuellen Build des Treiber von koji zu beziehen.
Mitgelieferte Zusatzprogramme
Graphische Benutzeroberfläche
Bei den Treibern ist eine grafische Benutzeroberfläche für Einstellungen enthalten. Diese wird als root (!) mit dem Befehl
fireglcontrol
gestartet.
Desktop Switcher (Shell)
In der Shell kann die Ausgabe von Grafikkarten live verändert werden, ohne das dafür die xorg.conf verändert werden muss. Mit dem Befehl
aticonfig --query-monitor
können die angeschlossenen Monitore abgefragt werden. Hier ein Beispiel für einen Laptop mit Laptop-Bildschirm (lvds) und angeschlossenem Röhrenmonitor (crt1), wobei nur der Laptopbildschirm mit Daten versorgt wird:
Connected monitors: crt1, lvds Enabled monitors: lvds
Mit dem Befehl
aticonfig --enable-monitor=crt1,lvds
können beide Monitore angesprochen werden, der Befehl
aticonfig --enable-monitor=crt1
deaktiviert den Laptop-Bildschirm, und aktiviert den externen Monitor.
Weitere Konfigurationen
Unabhängig vom Installationsweg kann man die Datei xorg.conf weiter an eigene Bedürfnisse anpassen. Dies reicht von Veränderungen der Monitoreinstellungen für untypische Monitore (z. B. für 15,4"-Displays) bis hin zu komplexen Konfigurationen bei Grafikkarten mit mehreren Ausgängen.
Es kann aber auch eine neue Konfigurationsdatei mit Hilfe ATI-eigener Programm erstellt werden. Der Befehl dazu lautet
aticonfig --initial
Problemfälle und Lösungen
Wenn der richtige Treiber in der Datei /etc/X11/Xorg.conf, das Laden aber fehl schlägt, lohnt ein Blick in die Log-Datei /var/log/Xorg.0.log. Findet sich dort folgende Ausgabe:
(WW) fglrx(0): *********************************************** (WW) fglrx(0): * DRI initialization failed! * (WW) fglrx(0): * (maybe driver kernel module missing or bad) * (WW) fglrx(0): * 2D acceleraton available (MMIO) * (WW) fglrx(0): * no 3D acceleration available * (WW) fglrx(0): ********************************************* *
so muss die Konfiguration in /etc/X11/Xorg.conf angepasst werden um folgende Zeilen:
Section "Extensions"
Option "Composite" "Disable"
EndSection
Siehe auch
Weblinks
- ATI - Hersteller-Homepage

